Heinrich Ullmann – verstrubbelte Haare, gerötete Wangen, in enthusiastischem Dialog – so kennen ihn noch viele.
Heinrich Ullmann war ein in besonderer Weise den Schülerinnen und Schülern sehr zugewandter und einfühlsamer, sie vor allem aber auch ermutigender Lehrer. Er hat ein ganz besonderes Maß an freundlichem, wertschätzendem Miteinander in der Schulgemeinschaft des Ratsgymnasiums gezeigt und auch hervorgerufen.
Sein Unterricht war anspruchsvoll, war Heinrich Ullmann doch selbst ein sehr belesener und in vielerlei Hinsicht sehr gebildeter Mann, der viel Wissen zusätzlich einfließen lassen konnte. Das Kollegium und die Schülerinnen und Schüler hatten große Achtung vor seiner kulturellen Bildung, vor allem in Literatur und Klassischer Musik.
Aber er vermochte auch über den Unterrichtsstoff hinaus motivierend zu wirken. Unvergessen bleiben seine Theateraufführungen (seien es „Peer Gynt“ oder „Die Vögel“, „Goodbye Daddy“ zur Verabschiedung von Schulleiter Gerhard Scherner oder Szenen zur 75-Jahrfeier des Ratsgymnasiums). Hiermit brachte er nicht nur eine besondere Annäherung an die Literatur nahe, sondern förderte auch die Schulgemeinschaft. Vielen wird er gerade auch deshalb in sehr guter Erinnerung bleiben.
Sehr empathisch zeigte er sich auch in der Wahrnehmung seiner Funktion als Oberstufen-Koordinator. Sein Büro war immer offen und eine Anlaufstelle für vielerlei Beratung und Gespräche.
Intensive Kontakte zu ehemaligen Schülerinnen und Schülern haben er und seine ebenfalls kürzlich verstorbene Frau noch weit über die Schulzeit hinaus in liebevoller Form gepflegt, sodass eine ehemalige Schülerin in dankbarer Erinnerung nach seinem Tod zusammenfasste:
„Ich würde jedem Schüler einen so wunderbaren Lehrer wünschen, wie er einer war!“
Text, Foto: Pensionäre des Ratsgymnasiums